Es ist böse – aber es macht Spaß

Farbenfrohe Erscheinung am Himmel: Die rot-schwarze Nexxt One 150

Farbenfrohe Erscheinung am Himmel: Die rot-schwarze Nexxt One 150

Heute auf der Wiese ums Eck: der Wind bläst ziemlich böig in 3-4 Stärken und ich beschließe sicherheitshalber nur meine 150er Nexxt One auszupacken. Schon von weitem sehe ich eine Familie mit zwei Zweileiner Stablenkdrachen, die versuchen sie zu starten. Die Kites erkenne ich auch beim Näherkommen nicht, aber die beiden Ringe in denen die Leinen enden verheißen nichts Gutes. Und der Adlergriff, in dem sie gehalten werden – die Arme weit vom Körper weggestreckt – tun ihr übriges. In der Luft waren die Kites inzwischen noch nicht. Bis ich meine Nexxt One startbereit habe sind sie zum Glück immer noch da. Auch wenn die zackigen Böen kaum ein gezieltes Fliegen zulassen, kann ich trotzdem ein paar schöne Loops präsentieren. Hinter mir höre ich noch den Satzfetzen ‚…will sehen, dass der auch fliegt.‘ Dann geben die beiden Hobbypiloten frustriert auf. Wie gesagt – es ist böse, macht aber Spaß andere zu frustrieren, die am falsche Ende gespart haben. Ist halt immer diesselbe Alternative: Sparen oder Spaß haben.

Man kann es nicht oft genug sagen

Billigdrachen…die Drachen von Aldi, Lidl & Co. machen keine Freude. Ob Einleiner, Zweileiner oder Lenkmatte – keiner will so recht fliegen. Rausgeflogen sind deshalb heute die letzten verbliebenen Einleiner-Schnäppchen. Nach Monaten des Abmühens hat zuletzt der direkte (zugegeben etwas unfaire) Vergleich der Billig-Matte für 5 EUR mit dem Sigma Spirit für immerhin 70 EUR klar gezeigt: Mehr Geld = mehr Spaß.

Gerade als Einsteiger sollte man eigentlich nicht sparen und sich die Freude nicht von Anfang an vermiesen. Ab rund 25-30 EUR gibts kleine Einsteiger-Matten von HQ (Symphony Beach) und Elliot (Sigma Fun) die wesentlich mehr Spaß machen und stabiler fliegen. Und natürlich Lust auf mehr…

Einstieg

kiten-famaraMeine ersten Erfahrungen mit dem Elliot Sigma Spirit 2.0 – und mit Lenkdrachen überhaupt – sammelte ich im Frühjahr 2015 auf Lanzarote. Es dauerte gut eine Stunde bis ich die Matte in der Luft hatte und dort halten konnte. An Loops war ‚damals‘ noch nicht zu denken.

Ich muss vielleicht noch vorne weg schicken, dass ich aufs Drachenfliegen gestoßen bin im Sommer davor in Holland. Der Brouwersdam in Zeeland ist ein absoluter Hotspot für alles, was fliegt. Allerdings führten meine damaligen Versuche mit Billig-Matten vom Discounter zu erheblichem Frust. Die Profis mit ihren Speed-Matten, die sich über den Strand ziehen ließen, konnte ich nur bestaunen.
Meine Erkenntnis dann sofort in Lanzarote: nie wieder Discounter-Drachen. Selbst die 5-6 €, die man ausgibt sind zu viel, die Enttäuschung im Vergleich zu Marken-Matten von Elliot, HQ oder Peter Lynn zu groß.
Die Elliot Sigma Spirit 2.0 hatte ich mir gekauft aus zwei Gründen. Zum einen, weil ich im Winter 2014 einen Revolution EXP zum Geburtstag bekommen hatte. Eine grandiose Vorführung beim Drachenfest Malmsheim hatte mich in den Bann gezogen. Der Vierleiner mit seinen überragenden Fähigkeiten forderte mir allerdings Respekt ab. Von 0 auf 100 wollte ich nicht einsteigen. Zum anderen fand ich keine Möglichkeit den Rev in den Koffer für den Flieger zu packen. Daher der Einstieg mit dem Zweileiner.